Veranstaltungskalender


Montag
06.02.2012
20:00 Uhr
ZUR LAGE DER REPBUBLIK - Wird das Private zur einzigen Politik?
Werden Beziehungen zu Zeiten von Facebook immer unverbindlicher? Oder gerade umgekehrt? Denn nirgendwo sonst wird heute so hart politisiert wie in der Liebe - während es im öffentlichen Raum kaum mehr Debatten gibt.
Auf dem Podium: Tove Soiland (Historikerin) und Daniel Strassberg (Pychoanalytiker und Philosoph, Entresol)
Moderation: Rachel Vogt (Journalistin, WOZ)
Eintritt: Fr. 10.-
Zur Lage der Republik > Neuste Studien beweisen: Die Aufklärung lebt! Wo? Hier: Entresol, die WOZ und sphères laden zu einer Gesprächsreihe mit Gästen und Publikum ein: Analytische Unterhaltungen und unterhaltsame Analysen zu Politik, Wissenschaft und Gesellschaft statt Debatten-Simulation und Knatterchargen-Kontroversen.

 

Sonntag
26.02.2012
11:00 Uhr
MATINEE - Christina Caprez: Familienbande
Lesung mit Bildprojektion und Gespräch
Moderation: Jennifer Khakshouri

Ein Drittel der Familien lebt heute als traditionelle Kernfamilie. Und die andern? Es gibt Patchworkfamilien aufgrund von Scheidung, aber immer mehr Familien starten bereits unkonventionell: Lesben und Schwule, die sich zusammentun, um eine Familie zu gründen. Single-Frauen, die nicht länger auf den Traummann warten wollen, um ein Kind zu bekommen, Eltern, die in unkonventionellen Arrangements Entlastung und Bereicherung finden.
«Familienbande» erzählt von der Vielfalt dieser neuen Wege, Kinder grosszuziehen. Eltern wie Kinder kommen zu Wort, sie erzählen, wie sie zu der betreffenden Familienform gekommen sind und wie sie den Alltag in ihrer Familie erleben, was die Sonnen- und Schattenseiten der gewählten Familienform sind und wie das gesellschaftliche Umfeld auf sie reagiert.
In drei Experteninterviews geben ein Historiker, eine Juristin und eine Psychologin Auskunft zu den durch die Porträts aufgeworfenen Fragen.

Sonntag
04.03.2012
19:30 Uhr
Georges Perecs Kindheitserinnerungen

Zum 30. Todestag des französischen Autors

Georges Perec (1936-1982), zu Lebzeiten ein mit Preisen ausgezeichneter französischer Autor, ist heute ein Schriftsteller für Eingeweihte, für Sprachverliebte. Lange waren seine Werke auf Deutsch nur antiquarisch erhältlich, doch haben sich in letzter Zeit verschiedene Verlage um den Autor bemüht. Als jüngste Neuauflage hat der Diaphanes Verlag Perecs Kindheitserinnerungen in sein Programm aufgenommen. In dieser Schrift findet sich neben dem Entwurf einer Autobiographie, in der Perec seine Familiengeschichte vor dem Holocaust nachzeichnet, eine verstörende Kindheitsphantasie von der Insel W. Beide Erzählstränge verbindet die Suche nach der eigenen Identität, eine Suche, die Perec wohl sein Leben lang umgetrieben hat. Er empfand die Tatsache, dass er weder Sprache noch Erinnerung mit seinen früh verstorbenen Eltern teilte, als Enteignung, als Absenz. Mit seiner sachlich-humorvollen Bestandsaufnahme der materiellen Welt suchte er diese Leere zu füllen.
Der Übersetzer und Kulturkritiker Stefan Zweifel, Kenner der Literatengruppe Oulipo, der Perec angehörte, führt in dessen Werk ein. Der Schauspieler Rober Hunger-Bühler liest Auszüge aus „W oder die Kindheitserinnerung" und anderen Werken.