Die Bildungsblase und der Verfall der universitären Autorität
von Peter Schneider
 

Wüsste man nicht, dass an unseren Universitäten und Hochschulen tatsächlich noch geforscht, gelehrt, gelesen, geschrieben, gelernt, experimentiert und diskutiert wird, so könnte man sich bei der Lektüre der Verlautbarungen unserer Bildungseinrichtungen des Eindrucks nicht erwehren, es handle sich bei diesen Institutionen in Wirklichkeit um potemkinsche Konstrukte Dieter-Behring’schen oder Madoff’schen Zuschnitts.

Man fragt sich, wer vor lauter Rankings, Evaluationen, Qualitätssicherung, Sustainability, European Credit Transfer and Accumulation System, Excellence und Excellence-Clustern, Corporate Governance, Fitness for Employability, Life Long Learning, Anträgen für Drittmittelforschung 1 und Eliteförderung überhaupt noch dazu kommt, irgendeinen vernünftigen Gedanken zu fassen, der es wert wäre, der Nachwelt erhalten zu bleiben. Die «Autonomie» der Universität bedeutete einmal Schutz der Wissenschaft vor allzu zudringlichen äusseren Verwertungsinteressen.

Wenn es heute eine bildungspolitische Aufgabe gibt, dann ist es diejenige, die Institutionen der Bildung vor sich selber zu schützen – vor einer hemmungslosen Selbstverwertung nämlich, die schliesslich zur Selbstzerstörung führt.

Dieses Buch ist erhältlich zum Preis von 10 CHF